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06.05.2021

Zum zweiten Mal aufgestockt

Der Fördertopf der Bundesregierung für den Kauf und die Installation von Ladeinfrastruktur im privaten Bereich wurde jetzt nochmals um 100 Millionen Euro aufgestockt.

Bild: ArGe Medien im ZVEH

Die hohe Nachfrage überraschte selbst E-Mobilitäts-Experten: Im Herbst 2020 hatte die Bundesregierung ein Förderprogramm über 300 Millionen Euro bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufgelegt, mit dem der Kauf und die Installation von Wallboxen mit 900 Euro je Ladepunkt gefördert wurden.

Riesige Nachfrage
Nachdem bereits bis Ende Februar 2021 mehr als 300.000 Ladepunkte beantragt wurden und ein Fördervolumen von rund 270 Millionen Euro ausgeschöpft worden war, legte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vor wenigen Wochen mit weiteren 100 Millionen Euro nach. Nun wird die Förderung privater Ladestationen für Elektrofahrzeuge an Wohngebäuden aufgrund der großen Nachfrage – bislang sind 385.000 Anträge für rund 470.000 Ladepunkte eingegangen – um weitere 100 Millionen Euro auf nun insgesamt 500 Millionen Euro erhöht.

Der ZVEH begrüßt diese Entscheidung, stellt sie doch eine wichtige Voraussetzung für den dringend notwendigen Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur dar. Elektrohandwerkliche Unternehmen können die Verlängerung der Förderung nutzen, um für die Errichtung privater Ladeinfrastruktur zu werben und Kunden auf die Sonderkonditionen aufmerksam zu machen. Die Zuschüsse könnten auch ein Anreiz für Kunden sein, die vielleicht erst mittelfristig die Anschaffung eines „Stromers“ planen.

Lieferverzögerungen einplanen
Wichtig:
Da bei dem 900-Euro-Förderprogramm die erforderlichen Nachweise binnen neun Monaten zu erbringen sind, um in den Genuss einer Förderung zu kommen, empfiehlt der ZVEH all jenen, die den Kauf eines E-Fahrzeugs beziehungsweise die Installation eines Ladepunkts planen, sich möglichst schnell zu entscheiden. Hintergrund ist, dass es bei einigen Wallbox-Herstellern Pandemie-bedingt zu Lieferproblemen kommen kann. Zwar reichen in den meisten Fällen neun Monate für Antragstellung und Installation aus. Es gibt aber auch Fälle, in denen es eng werden kann, etwa, weil die Wallbox eine außergewöhnlich lange Lieferfrist hat oder, weil vor der Installation zunächst eine Erweiterung des Hausanschlusses notwendig ist. Hier besteht die Möglichkeit, eine Verlängerung der Umsetzungsfrist zu beantragen.   

900 Euro pro Ladepunkt
Gefördert wird der Kauf einer Wallbox beziehungsweise die Installation privater Ladeinfrastruktur mit 900 Euro pro Ladepunkt. Anträge können von Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften und Bauträgern für die Errichtung einer Ladestation für Elektrofahrzeuge im privaten Bereich gestellt werden.

Was wird gefördert?
Gefördert werden der Erwerb und die Errichtung einer fabrikneuen, nicht öffentlich zugänglichen Ladestation inklusive des elektrischen Anschlusses (Netzanschluss) sowie die damit verbundenen notwendigen Nebenarbeiten an Stellplätzen bestehender Wohngebäude. Voraussetzung ist, dass
•    die Ladestation über eine Normalladeleistung von 11 Kilowatt (kW) verfügt,
•    der Strom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien kommt,
•    die Ladestation intelligent und steuerbar ist (mit Blick auf die Netzdienlichkeit).

Wie wird gefördert?
Die Förderung erfolgt durch einen Investitionszuschuss, der nach Abschluss des Vorhabens überwiesen wird. Der Zuschuss beträgt pauschal 900 Euro pro Ladepunkt. Unterschreiten die Gesamtkosten den Zuschussbetrag, wird keine Förderung gewährt. Der Zuschuss kann bei der KfW über das Zuschussportal beantragt werden und muss vor Beginn des Vorhabens erfolgen. Bei der Ermittlung der Gesamtkosten können Kosten für folgende Leistungen berücksichtigt werden:

•    Ladestation
•    Energiemanagementsystem/Lademanagementsystem zur Steuerung von Ladestationen
•    elektrischer Anschluss (Netzanschluss)
•    notwendige Elektroinstallationsarbeiten (z. B. Erdarbeiten)

Ausführliche Informationen zu Förderung und Antragsverfahren finden Sie hier.

Quelle: BMVI / ZVH

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