Detailansicht
30.05.2018

ZVEH-Jahrestagung 2018

Der Einfluss der Digitalisierung auf die Märkte der E-Handwerke, die Weiterentwicklung der E-Marke sowie die Bedeutung der Gebäudetechnik bei der erfolgreichen Umsetzung der Energiewende bildeten die inhaltlichen Schwerpunkte der Jahrestagung des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) in München.

Rund 300 Gäste kamen zur Öffentlichen Festveranstaltung während der ZVEH-Jahrestagung.

Bild: ZVEH/Gierke
ZVEH-Präsident Lothar Hellmann zeigte sich mit dem Verlauf der Jahrestagung sehr zufrieden.

Bild: ZVEH/Gierke

Vom 23. bis 25. Mai diskutierten die Delegierten in den Bundesgremien über die neuen Herausforderungen im digitalen Zeitalter. Richtschnur und Handlungsanweisung für die Aktivitäten der elektrohandwerklichen Organisation sind dabei die „Agenda zur Digitalisierung im E-Handwerk“ und die darauf basierende „Bonner Erklärung“.

Neun Gremiensitzungen, darunter die Mitgliederversammlung, Fachbereichssitzungen, ArGe Medien Gesellschafterversammlung sowie der E-Markenbeirat – boten dabei genügend Raum, um das im vergangenen Jahr Erreichte Revue passieren zu lassen und die Verbandsarbeit zugleich für das kommende Jahr auszurichten. Darüber hinaus veranstaltete der ZVEH traditionell die Öffentliche Festveranstaltung und den Festabend.

An den Sitzungen und Veranstaltungen nahmen hochrangige Vertreter aus Spitzenverbänden der Elektroindustrie, des Elektrogroßhandels, des Handwerks und aus der Versicherungswirtschaft teil. Zu den Gästen zählten unter anderen Hans Peter Wollseifer (Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, ZDH), Holger Heckle (Vorsitzender des Bundesverbands des Elektro-Großhandels, VEG), Michael Ziesemer (Präsident des Zentralverbands der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, ZVEI) und Franz Xaver Peteranderl (Präsident der Handwerkskammer München und Oberbayern). Auch Vertreter aus befreundeten europäischen Handwerksorganisationen nahmen auf Einladung des ZVEH an der Jahrestagung teil.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung referierte Dirk Palige (ZDH-Geschäftsführer) über die Auswirkungen des Koalitionsvertrages auf das deutsche Handwerk. Andreas Bettermann (Vorsitzender des Fachverbands Elektroinstallationssysteme im ZVEI) und Holger Heckle sprachen je ein Grußwort vor rund 300 Teilnehmern in der Öffentlichen Festveranstaltung über die Qualität der Partnerschaft des „dreistufigen Vertriebs“. Höhepunkt der Veranstaltung war die Festrede von Andreas Kuhlmann (Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur, dena), der die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende skizzierte und die Elektrohandwerke als wichtige Säule der Energiewende bezeichnete.

Deutlich mehr Auszubildende in den E-Handwerken
ZVEH-Präsident Lothar Hellmann legte auf der Mitgliederversammlung ein besonderes Augenmerk auf das Thema Nachwuchs und Ausbildung. Eine qualifizierte Ausbildung sei unverzichtbar, da die Aufgaben rund um die Geschäftsfelder Energiemanagement, Effizienzsteigerung und Gebäudeautomation durch die Digitalisierung immer anspruchsvoller würden. Umso mehr freute es Hellmann, dass es im vergangenen Jahr erneut gelungen ist, die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im E-Handwerk signifikant zu steigern. Nach einem Plus von 4,7 Prozent in 2015 und 3,2 Prozent in 2016 hat sich der Wert nun um bemerkenswerte 5,9 Prozent erhöht. „Damit liegen wir deutlich über den Zuwächsen im Gesamthandwerk (+ 1,4 Prozent). Die Zahl der Auszubildenden hat nun die Marke von 41.500 (+ 3,4 Prozent) überschritten. Unsere Ausbildungsberufe und die damit verbundenen Zukunftsperspektiven sind attraktiver denn je für die Jugend. Die gute E-Zubis-Kampagne steuert ein Übriges bei“, so Hellmann.

Trotz der erfreulichen Erfolge in der Nachwuchssicherung arbeiten die Gremien des ZVEH intensiv an einer Novellierung der Ausbildungsberufe, um die Ausbildung noch passgenauer auf die Herausforderungen der Digitalisierung auszugestalten.

Weiterentwicklung der E-Marke
Mit Blick auf die erfolgreiche Markenpolitik der E-Organisation erläuterte Hellmann die in den vergangenen zwei Jahren erarbeitete Weiterentwicklung der E-Marke. Es ist weiterhin oberstes Ziel, auf das Qualitätskonzept zu setzen. E-Marken-Betriebe werben daher demnächst mit dem Logo „Premium E-Marken-Betrieb“, das auf die überdurchschnittlich hohe Qualität der Dienstleistungen der Markenbetriebe hinweist. Gleichzeitig wurde aber auch die Sub-Marke „Innungs-Betrieb“ entwickelt, mit der Innungsmitglieder ihre Zugehörigkeit zur E-Organisation signalisieren können. „Mit dieser Weiterentwicklung wird erstmals erreicht, dass die E-Marke weiter gestärkt und zugleich für alle Innungsmitglieder zum gemeinsamen Dach der E-Organisation wird.“, so Hellmann.

Politische Erfolge
Als Erfolg in der politischen Interessenvertretung des ZVEH hob Hellmann das Inkrafttreten des neuen Mängelgewährleistungsrechts hervor. Handwerkliche Unternehmen können nunmehr auch die Aus- und Wiedereinbau-Kosten im Gewährleistungsfall von der Vorhandelsstufe einfordern. ZDH und ZVEH hatten sich im Schulterschluss für die Änderungen stark gemacht. Die von den Herstellern befürchtete Flut von Gewährleistungsansprüchen blieb bislang aus. Er betonte zugleich, dass der Abschluss der vom ZVEH angebotenen Haftungsübernahmevereinbarungen (HÜV) für die Industrie nach wie vor interessant ist, da mit der HÜV ein geregeltes Verfahren direkt zwischen Handwerksbetrieb und Hersteller geschaffen wird.

Mit Blick auf den Koalitionsvertrag warnte Hellmann allerdings davor, die Bedeutung der Gebäudetechnik nicht aus den Augen zu verlieren. Das Gelingen der Energiewende, der Sektorenkopplung und die „Smartifizierung des Alltags“ lassen sich nur mit modernster Gebäudetechnik erreichen.

Berufsgenossenschaft
Einen besonderen Dank richtete der ZVEH-Präsident auch an die Vertreter der elektrohandwerklichen Organisation in den Selbstverwaltungsgremien der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Auch aufgrund ihres Einsatzes wird der Beitragsfuß erneut gesenkt. Der Durchschnittsbeitrag wird zukünftig 0,76 Cent je 100 Euro Lohnsumme anstatt 0,79 Cent betragen.

Ehrungen
Bernd Franke (VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut) wurde im Rahmen der Öffentlichen Festveranstaltung mit der Ehrennadel und Urkunde geehrt. Hellmann würdigte die über Jahrzehnte währende gute Zusammenarbeit von Franke und ZVEH sowie dessen breites Wissens- und Tätigkeitsspektrum. Neben Bernd Frankes Spezialgebiet, der Prüf- und Normenarbeit, zeigte er auch stets eine klare Sicht für die wirtschaftlichen Belange von handwerklich-mittelständisch geprägten Unternehmen.

Für ihre Leistungen im Rahmen der vergangenen Deutschen Meisterschaften der E-Handwerke (17. bis 18. November 2017) erhielten vier Sieger viel Zuspruch. Präsident Hellmann bedankte sich zudem bei dem Chef-Organisator des Wettbewerbs Manfred Köhler für seinen unermüdlichen Einsatz in der Nachwuchsförderung.

Unternehmerinnenforum
Auf Begeisterung stieß auch das Unternehmerinnenforum. Der Workshop „Die Mammut-Rolle der Frau im Familienunternehmen – Wo bleibe ich dabei?“ wurde von Lorenz Wohanka (Bewegung in Balance) veranstaltet.

Die Teilnehmerinnen analysierten den unternehmerischen Alltag, in dem mitarbeitende Familienmitglieder fast immer eine Doppelrolle ausfüllen müssen. Ausgehend vom Wissen aus der Glücks- und Zufriedenheitsforschung und aus den Erkenntnissen der modernen Gehirnforschung erarbeiteten die Teilnehmerinnen in entspannter Atmosphäre ihre Möglichkeiten selbst gesund, zufrieden und von eigenen Werten angetrieben zu leben.

Die nächste Jahrestagung findet vom 12. bis 14. Juni 2019 in Berlin statt.

Sie möchten Mitglied werden? Schreiben Sie uns: info(at)feh-nrw.de oder rufen Sie uns an: 0231/519850